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Realitätsnahe Einsatzübung der Gemeindefeuerwehr

Aus dem leer stehenden Gebäude hinter dem Kaller Rathaus quoll Rauch aus dem Dach und den Fenstern. Kurze Zeit später steuerten die Fahrzeuge der Feuerwehren Kall, Sistig und Wahlen das Haus an, in dem einst der Kaller Gemeindedirektor Friedrich Josef Laux seine Dienstwohnung hatte. Nun war es keinesfalls so, dass in dem alten Haus ein Feuer ausgebrochen war. Bei dem großen Feuerwehraufgebot handelte es sich nur um eine Einsatzübung.
Das Gemeindedirektoren-Haus wird in Kürze abgerissen, um dem Bau eines neuen Begegnungszentrum Platz zu machen. Die Gemeindefeuerwehr nutzte diese günstige Gelegenheit, in dem leeren Haus eine Übung unter realistischen Bedingungen abzuhalten. Die Übungs-Organisatoren Andreas Lang und Michael Becker hatten ein Szenarium vorgegeben, das alle Facetten der Technischen Hilfeleistung, der Menschenrettung und der Brandbekämpfung einschloss.
„Wohnungsbrand und Menschenleben in Gefahr“, lautete das Einsatzstichwort, mit dem die einzelnen Löschgruppen alarmiert wurden. Der Rauch war mit Hilfe Nebelmaschine erzeugt worden. Im Gebäude waren drei Dummys versteckt, die verletzte Personen darstellten, die später im total verrauchten Haus aufgespürt und gerettet werden mussten.
Als erste Wehr traf der Löschzug Kall am verrauchten Brandobjekt ein, wo es zunächst galt, die verschlossene Haustür zu öffnen. Das erledigten die Wehrmänner mit einem Zieh-Fix, mit dem das Schloss geknackt und herausgezogen wurde. Es kommt immer wieder vor, dass die Feuerwehr sich mit dieser Methode Zugang zu verschlossenen Häusern verschaffen muss, wenn hilflose Personen in Not sind.
Deshalb sei Üben dieser schnellen Haustür-Öffnung besonders wichtig, berichtete Gemeindewehrleiter Harald Heinen, der den Übungsablauf als stiller Beobachter verfolgte.
Nachdem die Haustür geöffnet war, drangen andere Kaller Wehrleute, mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, zur Brandbekämpfung und Personensuche in das verrauchte Haus ein. Derweil war auch der Löschzug II mit den Löschgruppen aus Sistig und Wahlen eingetroffen. Sie bauten eine Löschwasser-Versorgungsleitung von der Trierer Straße zur Brandstelle auf und drangen von außen über Steckleitern in das Obergeschoss des Hauses ein.
Im verrauchten Haus wurden drei „Verletzte“ ausfindig gemacht. Zwei konnten durch das Treppenhaus ins Freie geschafft werden. Die dritte Person musste mit Hilfe einer Schleifkorbtrage durch das Fenster und danach über die Steckleiter an der Hauswand abgeseilt werden. Dabei musste jeder Handgriff sitzen.
Zum Schluss der Übung stellten Michael Becker und Andreas Lang die im Keller agierenden Atemschutzgeräteträger vor eine besonders schwierige Aufgabe. Auf der engen Keller-Wendeltreppe mussten sie einen fiktiv verletzten Kameraden, der in voller Ausrüstung auf der Treppe kollabiert war, retten. Weil dies wegen der Enge am Einsatzort eine besonders schwierige Mission war, wurde diese Rettungs-Übung auch mit weiteren Atemschutzgeräteträgern wiederholt.
Am Ende waren Gemeinde-Wehrleiter Harald Heinen, dessen Stellvertreter Andreas Lang und Übungsleiter Michael Becker zufrieden mit dem Ablauf. Das leer stehende Haus habe beste Voraussetzungen für ein derartiges Szenarium geboten. Besonders erfreulich, so Heinen, sei die Tatsache, dass der Wunsch, das alte Haus vor dem Abriss für eine Übung zu nutzen, aus der Mannschaft gekommen sei.

Text und Fotos: Reiner Züll

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